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Finnische Spitzenreiter in der Kreislaufwirtschaft auf der Grünen Woche vertreten

2019-01-25T11:24:48+00:0025.1.2019|

Berlin, 25. Januar 2019 – Der Zentralverband der landwirtschaftlichen Produzenten und Waldbesitzer (MTK) organisierte auf der Internationalen Grünen Woche ein Seminar zum Thema Kreislaufwirtschaft und brachte dafür berühmte Vorreiter aus Finnland nach Berlin: The Finnish Innovation Fund Sitra, das VTT Technical Research Centre of Finland sowie die Unternehmen Sulapac und Altia. Diese Unternehmen und Forschungseinrichtungen zählen sowohl im öffentlichen wie auch privaten Bereich zu Pionieren der Kreislaufwirtschaft. Im Fokus stand vor allem das Thema Kunststoff – die Redzierung von erdölbasierten Kunststoffen, deren Abfällen und nachhaltigeren Alternativen.

„Wir müssen nicht mehr nach dem „Warum“ fragen. Von jetzt an werden wir nur noch nach dem „Wie“ fragen: Wie kann eine Kreislaufwirtschaft gelingen? Und wie gelingt der Umbau zu einem satbilen und emissionsärmeren Wirtschaftssystem? Wir in Finnland haben bereits ein paar gute Ideen”, sagt Minna Ojanperä, Expertin und Projektleiterin des Fachbereichs Kreislaufwirtschaft beim Verband MTK.

Die Kreislaufwirtschaft ist eine Möglichkeit, Wirtschaftswachstum und Umweltzerstörung voneinander abzukoppeln. Die Auswahl der Methoden wird unter anderem vom finnischen Innovationsfonds Sitra vorgestellt, der vom World Economic Forum 2018 als weltweit bester Akteur der Kreislaufwirtschaft ausgezeichnet wurde. Sitra wurde besonders als führender Treiber im öffentlichen Sektor geehrt. Sitra begann mit dem Aufbau einer Kreislaufwirtschaft in Finnland, indem sie zunächst den weltweit ersten nationalen Fahrplan für die Kreislaufwirtschaft 2016-2025 erstellten; einen Aktionsplan, der aus zahlreichen Schlüssel- und Pilotprojekten besteht. Auf der Grundlage des Fahrplans haben die finnische Regierung und Sitra im Herbst 2017 auch ein nationales Aktionsprogramm für die Kreislaufwirtschaft gemeinsam gestartet, welches das Engagement Finnlands unterstreicht.

Die Welt ist auf das globale Problem der Kunststoffabfälle aufmerksam geworden. Finnische Spitzenforschung zum Thema Kunststoffe wird von Dr. Maija Pohjakallio, vom VTT Technical Research Centre of Finland, vorgestellt. Dr. Pohjakallio war an der Erstellung der Kunststoff-Roadmap für Finnland beteiligt. In der Roadmap stellt die Arbeitsgruppe Lösungen für die Kunststoffproblematik vor, um auf die Herausforderung zu reagieren und ein breites Spektrum von Interessengruppen für Maßnahmen zu gewinnen.

Auch die Lebensmittelindustrie steht vor enormen Herausforderungen, da sie in großem Maßstab Kunststoffe als Verpackungen einsetzt. Hier setzt das Unternehmen Sulapac an: Mit seinem mikroplastikfreien, biologisch abbaubaren Verpackungsmaterial hat es internationale Aufmerksamkeit erregt. Um die Ansammlung von nicht biologisch abbaubaren Kunststoffen zu bekämpfen, hat Sulapac ein innovatives Material entwickelt, das dem wachsenden Wunsch der Verbraucher nach umweltfreundlichen Produkten oder Verpackungen gerecht wird. Das Unternehmen hat eine gemeinsame Entwicklungsvereinbarung mit Stora Enso, einem der weltweit größten Zellstoff- und Papierhersteller. Sie zielen darauf ab, erneuerbare und biologisch abbaubare Strohhalme zu entwickeln, um das globale Problem der Kunststoffabfälle zu bekämpfen. Sulapac, unter den Top-100 der 100 heißesten Start-ups Europas im Jahr 2018, hat kürzlich seinen neuesten Investor, die französische Luxusmarke Chanel, bekannt gegeben.

Ein weiterer Blickwinkel auf die praktischen Maßnahmen in der Kreislaufwirtschaft wird vom Spirituosenhersteller Altia und dessen Destillerie im Dorf Koskenkorva vorgestellt. Beim „The Drinks Business Green Award“ 2018 wurden sie zur Green Company of the Year ausgezeichnet. Altia wurde als Gewinner ausgewählt aufgrund der fortschrittlichen Produktionsweise ihrer Koskenkorva-Destillerie. Die Destillerie im Dorf Koskenkorva verbraucht jedes Jahr etwa 200 Millionen Kilo finnischer Gerste und nichts davon geht verloren. Die Gerstenspelzen, die sonst in der Brennereiproduktion nicht verwendet würden, werden im werkeigenen Bioenergie-Kraftwerk verbrannt, das Dampfenergie für den Destillationsprozess erzeugt. Die Destillerie Koskenkorva war auch ein Vorreiter bei der umfassenden Nutzung landwirtschaftlicher Nebenflüsse im Rahmen der Produktion.

„MTK ist stolz darauf, diese finnischen Vorreiter zu fördern, deren Innovationen bewährte und skalierbare Lösungen zur weltweiten Emissionssenkung und zur Schaffung einer Kreislaufwirtschaft bieten”, sagt Minna Ojanperä.

Weitere Informationen:

Minna Ojanperä
Leiterin Kreislaufwirtschaft beim finnischen Zentralverband der landwirtschaftlichen Produzenten und Waldbesitzer (MTK)
E-Mail: Minna.Ojanpera@mtk.fi
Tel.: +358 40 671 9536